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Rosch Chodesch AV - sexualisierte Gewalt
The three weeks of mourning that began with the breaching of the Temple walls in
Tammuz culminate on Tisha B’Av (the 9th of Av). On this day of profound mourning, we commemorate the destruction of both Holy Temples in Jerusalem — the First in 586
BCE by the Babylonians and the Second in 70 CE by the Romans. As we make space
for our mourning, we commit to being fully present with our despair through deep,
cleansing cries. Most importantly, we remember that we are not grieving alone. This
month is aptly called "Menakhem Av," meaning "Comforting Av" — through collective
sadness, we find solace and strength.
Die drei Wochen der Trauer, die mit dem Durchbruch der Tempelmauern in
Tammuz begannen, finden ihren Höhepunkt an Tischa B'Av (9. Av). An diesem Tag der tiefen Trauer gedenken wir
gedenken wir der Zerstörung der beiden Heiligen Tempel in Jerusalem - des ersten im Jahr 586 v. Chr. durch die Babylonier und des Zweiten im Jahr 70 n. Chr. durch die Römer. Während wir Raum schaffen
Raum für unsere Trauer schaffen, verpflichten wir uns, mit unserer Verzweiflung durch tiefe reinigende Schreie. Am wichtigsten ist, dass wir uns daran erinnern, dass wir nicht allein trauern. Dieser Monat heißt passenderweise "Menakhem Av", was so viel bedeutet wie "Tröstender Av" - durch kollektive Traurigkeit finden wir Trost und Kraft.
Rosh Chodesh Av Ceremony
by WUJS (World Union of Jewish Students)
As we mourn the destruction of Jerusalem we think about the traditional liturgy that we read on Tisha B’Av –Eicha or Lamentations. The passages that describe the fall of Jerusalem liken her landscape to a woman violated and abandoned.
This month, we will dedicate our thoughts and actions to today’s violated, abandoned and abused women. Ask each Person to write down one way in which women and gender queer people are abused, either physically or emotionally. Have each person light their candle from the person sitting next to them, and after they says their name, have them read aloud the form of abuse they wrote. Then have them, place that piece of paper in a metal bowl in the center of the circle. When the last person has introduced themself, set fire to the collection of words. With this action we metaphorically destroy every concept of violence against women(and gender qeer people) and release the energy that we will use this month to fight against violence against women and gender queer people.
Wenn wir die Zerstörung Jerusalems betrauern, denken wir an die traditionelle Liturgie, die wir an Tisha B'Av lesen - Eicha oder Klagelieder. In den Passagen, die den Fall Jerusalems beschreiben, wird die Landschaft mit einer geschändeten und verlassenen Frau verglichen.
In diesem Monat werden wir unsere Gedanken und Handlungen den verletzten, verlassenen und missbrauchten Frauen und gender queeren Personen von heute widmen. Bitte jede Person, eine Art und Weise aufzuschreiben, in der Frauen und gender queere Personen missbraucht werden, entweder körperlich oder emotional. Bitte jede Person, ihre Kerze an der Kerze der anderen Person neben ihr anzuzünden, und lass die Person , nachdem sie ihren Namen gesagt hat, die Form des Missbrauchs, die sie aufgeschrieben hat, laut vorlesen. Dann soll der Zettel in eine Metallschale in der Mitte des Kreises gelegt werden. Wenn die letzte person sich vorgestellt hat, wird die Sammlung von Worten angezündet. Mit dieser Aktion zerstören wir metaphorisch jedes Konzept von Gewalt gegen Frauen und gendere queere personen und setzen die Energie frei, die wir in diesem Monat nutzen werden, um gegen Gewalt gegen Frauen und gendere queere Personen zu kämpfen.
Lest die Folgenden Texte aus Eicha/Lamentation.
Was fällt euch auf?
Was vermutet ihr, warum wird das zerstörte Jerusalem hier als Frau, welche sexualisierte Gewalt erfahren hat, dargestellt?
Wie fühlt ihr euch wenn ihre diese Texte lest, was macht es mit euch, dass sie Teil unser Tradition sind?
Wie versteht ihr den letzten Text aus Yoma 57a
חֵ֤טְא חָֽטְאָה֙ יְר֣וּשָׁלַ֔͏ִם עַל־כֵּ֖ן לְנִידָ֣ה הָיָ֑תָה כׇּֽל־מְכַבְּדֶ֤יהָ הִזִּיל֙וּהָ֙ כִּי־רָא֣וּ עֶרְוָתָ֔הּ גַּם־הִ֥יא נֶאֶנְחָ֖ה וַתָּ֥שׇׁב אָחֽוֹר׃ {ס}
Schwer gesündigt hat Jerusalem,
deshalb wurde sie zum Gespött.
All ihre Verehrer verachten sie,
denn sie sahen ihre Nacktheit [Schutzlosigkeit].
Sie selbst seufzt
und zieht sich zurück.
טֻמְאָתָ֣הּ בְּשׁוּלֶ֗יהָ לֹ֤א זָֽכְרָה֙ אַחֲרִיתָ֔הּ וַתֵּ֣רֶד פְּלָאִ֔ים אֵ֥ין מְנַחֵ֖ם לָ֑הּ רְאֵ֤ה יהוה אֶת־עׇנְיִ֔י כִּ֥י הִגְדִּ֖יל אוֹיֵֽב׃ {ס}
Ihre [Zions] Unreinheit an ihren Kleidern,
nicht bedachte sie ihr Ende [wollte nicht umkehren].
Da stürzte sie schrecklich tief,
niemand tröstet sie.
Sieh, Gott, mein Elend,
denn der Feind triumphiert!
טֻמְאָתָהּ בְּשׁוּלֶיהָ. לְשׁוֹן גְּנַאי הוּא. דַּם נִדּוֹתָהּ נִכָּר בְּשׁוּלֵי בְגָדֶיהָ. כְּלוֹמַר, חַטּאוֹתֶיהָ גְלוּיִין. הַרְבֵּה עֲשָׂאָתַן בְּגָלוּי:
Her defilement is at her hem. This is an expression of disgrace. Her menstrual blood is visible in the hems of her garments, i.e., her sins are conspicuous; she committed them flagrantly.
הַשְׁתָּא בָּרִי טְמֵאִים אַתּוּן, דִּכְתִיב: ״טוּמְאָתָהּ בְּשׁוּלֶיהָ״. אֲמַר לֵיהּ, תָּא חֲזִי מָה כְּתִיב בְּהוּ: ״הַשּׁוֹכֵן אִתָּם בְּתוֹךְ טוּמְאֹתָם״, אֲפִילּוּ בִּזְמַן שֶׁהֵן טְמֵאִין — שְׁכִינָה שְׁרוּיָה בֵּינֵיהֶן.
Nun seid ihr sicherlich unrein, wie es über das jüdische Volk geschrieben steht: "Ihre Unreinheit war in ihren Röcken" (Klagelieder 1,9), und die göttliche Gegenwart wohnt nicht bei den Juden, wenn sie unrein sind. Rabbi Ḥanina sagte zu ihm: Komm und sieh, was über das jüdische Volk geschrieben steht: "Er wohnt bei ihnen inmitten ihrer Unreinheit" (Levitikus 16:16). Das bedeutet, dass die göttliche Gegenwart unter ihnen wohnt, auch wenn sie unrein sind.
Lest den Textauszug aus dem Buch "In Eve’s Attire - Modesty, Judaism and the Female Body” von Rabbinerin Delphine Horvilleur. Welche Textebene ergänzt ihr Text? Verändert diese Ebene euer Verständnis der Texte aus Eicha? Wenn ja wie?
Ausschnitt aus “In Eve’s Attire - Modesty, Judaism and the Female Body” von Rabbi Delphine Horvilleur
Femininity, which one might think was peripheral or negligible in a largely androcentric literary universe, seems on the contrary to be surprisingly present in description of the community of the faithful. Men constantly read and study scriptures that treat them as the women of God. In the religious world, women are often kept at a distance, but femininity is often laid claim to. This paradox between rejection and appropriation is what we will now explore.
Man as wife of the divine
In the love story of God and his people Israel, the divine is often presented in the scriptures as a jealous husband choosing for himself a companion with the features of a feminine "chosen" people.
The Bible and subsequent rabbinical literature cultivate an image of the relationship with the divine as a marriage,and often use the extended metaphor of the wedding.
Übersetzung
Die Weiblichkeit, von der man annehmen könnte, dass sie in einem weitgehend androzentrischen literarischen Universum nur am Rande vorkommt oder vernachlässigt werden kann, scheint im Gegenteil in der Beschreibung der Gemeinschaft der Gläubigen überraschend präsent zu sein. Männer lesen und studieren ständig Schriften, in denen sie als die Frauen Gottes behandelt werden.
In der religiösen Welt werden die Frauen oft auf Distanz gehalten, aber die Weiblichkeit wird oft beansprucht. Dieses Paradoxon zwischen Ablehnung und Aneignung wollen wir nun untersuchen.
Der Mann als Frau des Göttlichen
In der Liebesgeschichte zwischen Gott und seinem Volk Israel wird das Göttliche in den heiligen Schriften oft als eifersüchtiger Ehemann dargestellt, der sich eine Gefährtin mit den Merkmalen eines weiblichen "auserwählten" Volkes aussucht.
Die Bibel und die nachfolgende rabbinische Literatur pflegen das Bild der Beziehung zum Göttlichen als eine Ehe und verwenden oft die erweiterte Metapher der Hochzeit.