Chapter 5ה׳
1 א

מִפִּי הַשְּׁמוּעָה לָמְדוּ שֶׁזֶּה שֶׁנֶּאֱמַר בַּתּוֹרָה (דברים יב כג) "לֹא תֹאכַל הַנֶּפֶשׁ עִם הַבָּשָׂר" לֶאֱסֹר אֵיבָר שֶׁנֶּחְתַּךְ מִן הַחַי. וְעַל אֵיבָר מִן הַחַי הוּא אוֹמֵר לְנֹחַ (בראשית ט ד) "אַךְ בָּשָׂר בְּנַפְשׁוֹ דָמוֹ לֹא תֹאכֵלוּ". וְאִסּוּר אֵיבָר מִן הַחַי נוֹהֵג בִּבְהֵמָה חַיָּה וְעוֹף בִּטְהוֹרִים אֲבָל לֹא בִּטְמֵאִים:

Glied von Lebendigem, Fetus
Es ist durch die Tradition mitgeteilt worden, dass die Worte der Schrift: »Du sollst nicht die Seele mit dem Fleische aufessen« (Deut. 22:23) darauf hindeuten, ein von einem lebendigen Tiere weggeschnittenes Glied zu verbieten. Das Glied vom Lebendigen ist aber bereits Noach untersagt worden: »Doch Fleisch mit der Seele im Blute (also eines noch lebenden Tieres) sollt ihr nicht essen«. Das Verbot des Gliedes vom Lebendigen erstreckt sich auf Hausvieh, Wild und Geflügel, jedoch bloß von den reinen Gattungen, nicht aber auf das von den unreinen.

2 ב

אֶחָד אֵיבָר שֶׁיֵּשׁ בּוֹ בָּשָׂר וְגִידִים וַעֲצָמוֹת כְּגוֹן הַיָּד וְהָרֶגֶל. וְאֶחָד אֵיבָר שֶׁאֵין בּוֹ עֶצֶם כְּגוֹן הַלָּשׁוֹן וְהַבֵּיצִים וְהַטְּחוֹל וְהַכְּלָיוֹת וְחֵלֶב וְכַיּוֹצֵא בָּהֶן. אֶלָּא שֶׁהָאֵיבָר שֶׁאֵין בּוֹ עֶצֶם בֵּין שֶׁחָתַךְ כֻּלּוֹ בֵּין שֶׁחָתַךְ מִקְצָתוֹ הֲרֵי זֶה אָסוּר מִשּׁוּם אֵיבָר מִן הַחַי. וְהָאֵיבָר שֶׁיֵּשׁ בּוֹ עֶצֶם אֵינוֹ חַיָּב עָלָיו מִשּׁוּם אֵיבָר מִן הַחַי עַד שֶׁיִּפְרשׁ כִּבְרִיָּתוֹ בָּשָׂר וְגִידִים וַעֲצָמוֹת. אֲבָל אִם פָּרַשׁ מִן הַחַי הַבָּשָׂר בִּלְבַד חַיָּב עָלָיו מִשּׁוּם טְרֵפָה כְּמוֹ שֶׁבֵּאַרְנוּ לֹא מִשּׁוּם אֵיבָר מִן הַחַי:

Es bleibt sich nun ganz gleich, ob es ein Glied betrifft, welches Fleisch, Adern und Knochen zugleich enthält, wie z.B. Vorder- oder Hinterfuß, oder ob es ein Glied ohne Knochen, wie z. B. die Zunge, die Milz, die Nieren, das Herz und dergleichen ist. Der Unterschied besteht bloß darin, dass von einem knochenlosen Gliede selbst ein Teil das Verbot bedingt, bei einem Gliede mit Knochen hingegen, wird man erst dann schuldig, wenn man ein dem ganzen Gliede ähnliches Stück abschneidet, nämlich das ebenfalls aus Fleisch, Adern und Knochen besteht; nimmt man aber vom lebendigen Gliede bloß Fleisch hinweg, so verwirkt man dadurch die Strafe wegen Zerrissenes, wie wir bereits erklärt, nicht aber wegen eines Gliedes vom lebendigen Tiere.

3 ג

הָאוֹכֵל מֵאֵיבָר מִן הַחַי כְּזַיִת לוֹקֶה וַאֲפִלּוּ אָכַל אֵיבָר שָׁלֵם אִם יֵשׁ בּוֹ כְּזַיִת חַיָּב פָּחוֹת מִכְּזַיִת פָּטוּר. חָתַךְ מִן הָאֵיבָר כִּבְרִיָּתוֹ בָּשָׂר וְגִידִים וַעֲצָמוֹת כְּזַיִת וַאֲכָלוֹ לוֹקֶה אַף עַל פִּי שֶׁאֵין בּוֹ בָּשָׂר אֶלָּא כָּל שֶׁהוּא. אֲבָל אִם הִפְרִיד הָאֵיבָר אַחַר שֶׁתְּלָשׁוֹ מִן הַחַי וְהִפְרִיד הַבָּשָׂר מִן הַגִּידִים וּמִן הָעֲצָמוֹת אֵינוֹ לוֹקֶה עַד שֶׁיֹּאכַל כְּזַיִת מִן הַבָּשָׂר לְבַדּוֹ. וְאֵין הָעֲצָמוֹת וְהַגִּידִים מִצְטָרְפִין בּוֹ לִכְזַיִת מֵאַחַר שֶׁשִּׁנָּה בְּרִיָּתוֹ:

Isst Jemand vom Gliede eines lebendigen Tieres das Quantum einer Olive, so verfällt er der Geißelung; wenn aber Jemand ein ganzes Glied, welches weniger als eine Olive groß war, aufgegessen, so ist er frei, denn nur das Quantum einer Olive bedingt die Straffälligkeit. Schneidet man von einem Gliede, nach der natürlichen Beschaffenheit des ganzen, ein Stück Fleisch ab, so dass in demselben Fleisch Adern und Knochen enthalten seien, und sind diese zusammen von der Größe einer Olive, so verfällt man, wenn man es aufisst, der Geißelung, selbst wenn vom Fleische daran auch noch so wenig ist; hat man aber das Glied, nachdem es vom lebendigen Tiere abgerissen wurde, zerlegt und, das Fleisch von den Adern und Knochen abgesondert, so verwirkt man erst dann die Geißelung, wenn man vom Fleische allein das Quantum einer Olive isst, Knochen und Adern aber werden dann nicht zugezogen, um das Quantum zu bilden, nachdem das Glied seinen natürlichen Zustand verloren.

4 ד

חִלְּקוֹ לְאֵיבָר זֶה וַאֲכָלוֹ מְעַט מְעַט. אִם יֵשׁ בְּמַה שֶּׁאָכַל כְּזַיִת בָּשָׂר חַיָּב וְאִם לָאו פָּטוּר. לָקַח כְּזַיִת מִן הָאֵיבָר כִּבְרִיָּתוֹ בָּשָׂר וְגִידִים וַעֲצָמוֹת וַאֲכָלוֹ אַף עַל פִּי שֶׁנֶּחְלַק בְּפִיו בִּפְנִים קֹדֶם שֶׁיִּבְלָעֶנּוּ חַיָּב:

Zerschneidet man ein Glied und verzehrt es allmählich, so hängt die Straffälligkeit davon ab, ob in dem, was man gegessen, Fleisch von dem Quantum einer Olive war — sodass man straffällig wird, — oder ob nicht so viel Fleisch war,— sodass man frei ist. Verzehrt man vom Gliede das Quantum einer Olive, nach seiner natürlichen Beschaffenheit, nämlich Fleisch, Adern und Knochen zusammen, so ist man straffällig, selbst wenn im Munde sich das Fleisch von den Adern und Knochen abgelöst, bevor man das zu sich Genommene verschluckt, und das Fleisch für sich das Quantum einer Olive nicht ausmacht.

5 ה

תָּלַשׁ אֵיבָר מִן הַחַי וְנִטְרְפָה בִּנְטִילָתוֹ וַאֲכָלוֹ חַיָּב שְׁתַּיִם. מִשּׁוּם אֵיבָר מִן הַחַי וּמִשּׁוּם טְרֵפָה שֶׁהֲרֵי שְׁנֵי הָאִסּוּרִין בָּאִין כְּאַחַת. וְכֵן הַתּוֹלֵשׁ חֵלֶב מִן הַחַי וַאֲכָלוֹ לוֹקֶה שְׁתַּיִם. מִשּׁוּם אֵיבָר מִן הַחַי וּמִשּׁוּם חֵלֶב. תָּלַשׁ חֵלֶב מִן הַטְּרֵפָה וַאֲכָלוֹ לוֹקֶה שָׁלֹשׁ:

Reißt man von einem lebendigen Tiere ein solches Glied weg, wodurch das Tier zum zerrissenen gemacht wird, und verzehrt es, so verwirkt man die doppelte Geißelung, erstens die wegen eines Gliedes vom Lebendigen und zweitens die wegen des Zerrissenen, — in diesem Falle werden nämlich beide Verbote auf einmal übertreten. Ebenso verwirkt man eine doppelte Geißelung, wenn man Talg vom lebendigen Tiere wegreißt und verzehrt, —erstens wegen des Gliedes eines Lebendigen und zweitens wegen des Genusses von Talg; reißt man Talg von einem als zerrissen geltenden Tiere und verzehrt ihn, so verwirkt man die dreifache Geißelung.

6 ו

בָּשָׂר הַמְדֻלְדָּל בִּבְהֵמָה וְאֵיבָר הַמְדֻלְדָּל בָּהּ אִם אֵינוֹ יָכוֹל לַחֲזֹר וְלִחְיוֹת אַף עַל פִּי שֶׁלֹּא פָּרַשׁ אֶלָּא אַחַר שֶׁנִּשְׁחֲטָה אָסוּר וְאֵין לוֹקִין עָלָיו. וְאִם מֵתָה הַבְּהֵמָה רוֹאִין אוֹתוֹ כְּאִלּוּ נָפַל מֵחַיִּים. לְפִיכָךְ לוֹקִין עָלָיו מִשּׁוּם אֵיבָר מִן הַחַי. אֲבָל הַיָּכוֹל לַחֲזֹר וְלִחְיוֹת אִם נִשְׁחֲטָה הַבְּהֵמָה הֲרֵי זֶה מֻתָּר:

Das an einem Vieh abgerissen hängende Glied, oder Fleisch, ist für den Genuss verboten, wenn es nicht zuwachsen könnte, und zwar selbst dann, wenn diese Absonderung erst nach dem Schlachten des Viehes (doch vor dem völligen Absterben desselben) erfolgte; hierauf steht jedoch nicht die Geißelung.— Krepierte das Vieh, so wird ein so abgelöstes Glied betrachtet, als wäre es von einem noch lebendigen Tiere abgelöst worden, und der Genuss desselben bewirkt die Strafe der Geißelung, wegen des Gliedes vom Lebendigen. Kann aber das abgelöste Stück wieder zuwachsen, so ist es erlaubt, weil die Ablösung nach dem Schlachten des Viehes geschah.

7 ז

שָׁמַט אֵיבָר אוֹ מְעָכוֹ אוֹ דָּכוֹ כְּגוֹן הַבֵּיצִים שֶׁמָּעַךְ אוֹתָן אוֹ נִתְּקָן הֲרֵי זֶה אֵינוֹ אָסוּר מִן הַתּוֹרָה שֶׁהֲרֵי יֵשׁ בּוֹ מִקְצָת חַיִּים. וּלְפִיכָךְ אֵין מַסְרִיחַ. וְאַף עַל פִּי כֵן אָסוּר לְאָכְלוֹ מִמִּנְהָג שֶׁנָּהֲגוּ כָּל יִשְׂרָאֵל מִקֶּדֶם שֶׁהֲרֵי הוּא דּוֹמֶה לְאֵיבָר מִן הַחַי:

Riss man ein Glied aus seinem Gelenke, oder zerquetschte und zerdrückte es, wie z.B. die Hoden, so ist der Genuss desselben, nach der heiligen Schrift, nicht verboten, weil in ihnen noch immer etwas Leben ist, und sie daher nicht in Fäulnis übergehen können; jedoch ist es zum Essen, dem angenommenen Brauche in Israel zufolge, nicht gestattet, da es doch dem Gliede vom Lebendigen gleicht.

8 ח

עֶצֶם שֶׁנִּשְׁבַּר אִם הָיָה הַבָּשָׂר אוֹ הָעוֹר חוֹפֶה רֹב עָבְיוֹ שֶׁל עֶצֶם הַנִּשְׁבָּר וְרֹב הֶקֵּף הַשֶּׁבֶר הֲרֵי זֶה מֻתָּר. וְאִם יָצָא הָעֶצֶם לַחוּץ הֲרֵי הָאֵיבָר אָסוּר. וּכְשֶׁיִּשְׁחֹט הַבְּהֵמָה אוֹ הָעוֹף יַחְתֹּךְ מִמְּקוֹם הַשֶּׁבֶר וְיַשְׁלִיכוֹ וְהַשְּׁאָר מֻתָּר. נִשְׁבַּר הָעֶצֶם וְהַבָּשָׂר חוֹפֶה אֶת רֻבּוֹ אֲבָל הָיָה אוֹתוֹ בָּשָׂר מְרֻסָּס אוֹ נִתְאַכֵּל כְּבָשָׂר שֶׁהָרוֹפֵא גּוֹרְרוֹ. אוֹ שֶׁהָיָה מִתְלַקֵּט הָרֹב מִמְּקוֹמוֹת הַרְבֵּה. אוֹ שֶׁהָיָה הַבָּשָׂר שֶׁעָלָיו נְקָבִים נְקָבִים. אוֹ שֶׁנִּסְדַּק הַבָּשָׂר. אוֹ שֶׁנִּקְדַר כְּמִין טַבַּעַת. אוֹ שֶׁנִּגְרַר הַבָּשָׂר מִלְּמַעְלָה עַד שֶׁלֹּא נִשְׁאַר מִן הַבָּשָׂר אֶלָּא כִּקְלִיפָה. אוֹ שֶׁנִּתְאַכֵּל הַבָּשָׂר מִלְּמַטָּה מֵעַל הָעֶצֶם שֶׁנִּשְׁבַּר עַד שֶׁנִּמְצָא הַבָּשָׂר הַחוֹפֶה אֵינוֹ נוֹגֵעַ בָּעֶצֶם. בְּכָל אֵלּוּ מוֹרִין לְאִסּוּר עַד שֶׁיִּתְרַפֵּא הַבָּשָׂר. וְאִם אָכַל מִכָּל אֵלּוּ מַכִּין אוֹתוֹ מַכַּת מַרְדּוּת:

Wurde ein Knochen zerbrochen, und das Fleisch oder die Haut bedeckt den größten Teil des Umfanges des Beinbruches, so ist das Glied erlaubt; — trat aber der Knochen hervor, so ist es verboten; man muss sogar, wenn man das Vieh oder den Vogel geschlachtet, die Stelle des Bruches ausschneiden und wegwerfen, das ganze Tier aber ist erlaubt.Blieb beim zerbrochenen Knochen der größte Teil des Knochens zwar bedeckt vom Fleische, dieses aber ist zerfetzt oder zerfressen, so wie Fleisch, welches der Arzt von Wunden ablöst, oder es befindet sich stückweise an verschiedenen Stellen des Fußes, oder war durchfressen, gespalten, oder zusammengerollt wie ein Ring, oder es war von der Oberfläche so zerfetzt, dass es bloß wie ein Häutchen dünn blieb; oder war im Gegenteil das Fleisch, nach dem zerbrochenen Knochen zu so zerfressen, dass es weit von demselben abstand, so ist das Glied jedenfalls verboten, bis das Glied ganz zuheilt; — wenn man nun von allen diesen isst, so erhält man die Mardut-Geißelung.

9 ט

הַמּוֹשִׁיט יָדוֹ לִמְעֵי הַבְּהֵמָה וְחָתַךְ מִן הַטְּחוֹל וּמִן הַכְּלָיוֹת וְכַיּוֹצֵא בָּהֶן וְהִנִּיחַ הַחֲתִיכוֹת בְּתוֹךְ מֵעֶיהָ וְאַחַר כָּךְ שְׁחָטָהּ. הֲרֵי אוֹתָן הַחֲתִיכוֹת אֲסוּרוֹת מִשּׁוּם אֵיבָר מִן הַחַי. וְאַף עַל פִּי שֶׁהוּא בְּתוֹךְ מֵעֶיהָ. אֲבָל אִם חָתַךְ מִן הָעֻבָּר שֶׁבְּמֵעֶיהָ וְלֹא הוֹצִיאוֹ וְאַחַר כָּךְ שְׁחָטָהּ הֲרֵי חֲתִיכַת הָעֻבָּר אוֹ אֵיבָרוֹ מֻתָּר הוֹאִיל וְלֹא יָצָא. עֻבָּר שֶׁהוֹצִיא יָדוֹ אוֹ רַגְלוֹ נֶאֱסַר אוֹתוֹ אֵיבָר לְעוֹלָם בֵּין שֶׁחֲתָכוֹ קֹדֶם שֶׁתִּשָּׁחֵט אִמּוֹ בֵּין שֶׁחֲתָכוֹ אַחַר שֶׁנִּשְׁחֲטָה אִמּוֹ. וַאֲפִלּוּ הֶחֱזִיר אוֹתוֹ אֵיבָר לִמְעֵי אִמּוֹ וְאַחַר כָּךְ נִשְׁחַט אוֹ נוֹלַד הַוָּלָד וְחָיָה כַּמָּה שָׁנִים הֲרֵי אוֹתוֹ הָאֵיבָר אָסוּר מִשּׁוּם טְרֵפָה. שֶׁכָּל בָּשָׂר שֶׁיָּצָא חוּץ לִמְחִצָּתוֹ נֶאֱסַר כְּבָשָׂר שֶׁפָּרַשׁ מִן הַחַי שֶׁנֶּאֱמַר (שמות כב ל) "וּבָשָׂר בַּשָּׂדֶה טְרֵפָה" כֵּיוָן שֶׁיָּצָא לְמָקוֹם שֶׁהוּא לוֹ כְּשָׂדֶה נַעֲשָׂה טְרֵפָה כְּמוֹ שֶׁבֵּאַרְנוּ:

Steckt man seine Hand in die Eingeweide des Tieres und schneidet die Milz oder die Niere ab und lässt die abgeschnittenen Organe im Tier liegen und schlachtet darauf das Tier, so sind die abgeschnittenen Organe wegen eines Gliedes vom Lebendigen verboten, obwohl sie im Eingeweide liegen. Schneidet man hingegen etwas vom Fetus im Mutterleib ab und holt es nicht heraus und schächtet danach die Mutter, so ist das Fetus oder sein Glied erlaubt, weil sie nicht entfernt wurden. Steckt das Fetus einen Hinter- oder Vorderfuß heraus, so bleibt dieses Glied für immer verboten, ganz gleich, ob man das Glied vor oder nach dem Abschlachten der Mutter abgeschnitten, — selbst dann, wenn das Glied wieder in den Leib der Mutter hineingebracht worden, und das Kalb einige Jahre nach der Abschlachtung der Mutter gelebt, bleibt das Glied immer als Zerrissenes verboten; Fleisch, welches sich aus der normalen Lage heraus verschoben, ist ganz so verboten wie Fleisch, welches vom Lebendigen abgelöst wurde, denn es heißt: »Und Fleisch das im Felde zerrissen«, also sobald es auf eine Stelle kam, die für dasselbe einem freien Felde gleichgilt, so wird es als zerrissen betrachtet, wie wir es bereits erklärt (5:1).

10 י

הוֹצִיא מִקְצָת הָאֵיבָר וְנִשְׁאַר מִקְצָתוֹ בִּפְנִים אֲפִלּוּ לֹא נִשְׁאַר אֶלָּא מִעוּטוֹ הַיּוֹצֵא אָסוּר וְשֶׁבִּפְנִים מֻתָּר. וְאִם חָתַךְ הַיּוֹצֵא מִן הָאֵיבָר אַחַר שֶׁהֶחְזִירוֹ וְנִשְׁחֲטָה. אוֹתוֹ שֶׁיָּצָא בִּלְבַד אָסוּר וּשְׁאָר הָאֵיבָר מֻתָּר. וְאִם לֹא הֶחְזִירוֹ וַחֲתָכוֹ וְהוּא בַּחוּץ. בֵּין שֶׁחֲתָכוֹ קֹדֶם שְׁחִיטָה אוֹ אַחַר שְׁחִיטָה. מְקוֹם הַחֲתָךְ אָסוּר. וְהוּא הַמָּקוֹם שֶׁנֶּגֶד הָאֲוִיר. אַחַר שֶׁיֵּחָתֵךְ הַיּוֹצֵא חוֹזֵר וְחוֹתֵךְ מְקוֹם הַחֲתָךְ:

Kam nur ein Teil eines Gliedes zum Vorschein und der andere, wenn selbst der kleinere blieb darin, so ist bloß derjenige Teil verboten, welcher hervorsteht das inwendig gebliebene Stück aber ist erlaubt. Schnitt man das hervorgekommene Stück im Innern hinweg, nachdem das Glied zurück hineingedrängt worden, und schlachtet darauf die Kuh, so ist bloß das hervorgetretene Stück verboten, das Übrige aber erlaubt; wurde aber das Übrige nicht zurückgedrängt, sondern abgeschnitten, so lange es außerhalb des Körpers war, ganz gleich ob dieses Wegschneiden nach dem Abschlachten der Kuh oder vorher stattfand — immer bleibt die Stelle des Einschnittes auch verboten, nämlich diejenige Stelle, welche der Luft, nachdem der Schnitt vollbracht wurde, ausgesetzt war, so dass man nachher diese Stelle abermals wegschneiden muss.

11 יא

כָּל אֵיבָר עֻבָּר שֶׁיָּצָא וַחֲתָכוֹ קֹדֶם שְׁחִיטָה וְהוּא בַּחוּץ הֲרֵי זֶה אֵיבָר מִן הַחַי וְלוֹקִין עָלָיו. וַאֲפִלּוּ מֵת הָעֻבָּר קֹדֶם שְׁחִיטָה. וְאִם נֶחְתַּךְ אַחַר שְׁחִיטָה הָאוֹכְלוֹ אֵינוֹ לוֹקֶה וַאֲפִלּוּ מֵת. וְאִם מֵתָה הַבְּהֵמָה וְאַחַר כָּךְ חֲתָכוֹ הָאוֹכְלוֹ לוֹקֶה מִשּׁוּם אֵיבָר מִן הַחַי:

Jedes Glied eines Fetus, das hervortritt und vor dem Schlachten abgeschnitten wird, heißt, so lange es noch der Luft ausgesetzt ist, ein Glied vom Lebendigen, und bewirkt die Geißelung, selbst wenn der Fetus noch vor dem Schlachten der Kuh krepiert; wurde es aber erst nach dem Schlachten weggeschnitten, so wird der es Verzehrende nicht gegeißelt, selbst wenn der Fetus nicht lebt; wird ein Glied vom Fetus weggeschnitten, nachdem die Kuh krepierte, so wird der es Verzehrende, wegen des Gliedes vom Lebendigen, gegeißelt.

12 יב

עֻבָּר שֶׁהוֹצִיא אֵיבָר וְנֶאֱסַר הָאֵיבָר וְאַחַר כָּךְ נוֹלַד וַהֲרֵי הִיא נְקֵבָה. הֶחָלָב שֶׁלָּהּ אָסוּר לִשְׁתּוֹתוֹ מִסָּפֵק. הוֹאִיל וְהוּא בָּא מִכְּלָל הָאֵיבָרִין וְיֵשׁ בָּהּ אֵיבָר אֶחָד אָסוּר. וַהֲרֵי זֶה כַּחֲלֵב טְרֵפָה שֶׁנִּתְעָרֵב בַּחֲלֵב טְהוֹרָה:

Steckt der Fetus ein Glied vor, so dass dasselbe das Verbot bedingt, und darauf wird das Kalb geworfen und wächst zur Kuh heran, so darf man deren Milch als Bezweifeltes nicht trinken, indem nämlich die Milch von allen Gliedern zusammenkommt; und da ein Glied von diesen verboten ist, so ist dieser Fall zu nehmen, als wenn man die Milch eines zerrissenen Tieres mit der eines reinen vermengt hätte.

13 יג

הַשּׁוֹחֵט בְּהֵמָה מְעֻבֶּרֶת וּמָצָא בָּהּ שָׁלִיל בֵּין חַי בֵּין מֵת הֲרֵי זֶה מֻתָּר בַּאֲכִילָה. וַאֲפִלּוּ שִׁלְיָא מֻתֶּרֶת בַּאֲכִילָה. וְשִׁלְיָא שֶׁיָּצָאת מִקְצָתָהּ וְשָׁחַט אֶת הַבְּהֵמָה. אִם הָיְתָה שִׁלְיָא זוֹ קְשׁוּרָה בַּוָּלָד מַה שֶּׁיָּצָא מִמֶּנָּה אָסוּר וְהַשְּׁאָר מֻתָּר. וְאִם לֹא הָיְתָה קְשׁוּרָה בּוֹ כֻּלָּהּ אֲסוּרָה. שֶׁמָּא שִׁלְיָא זוֹ שֶׁיָּצָאת מִקְצָתָהּ הָלַךְ לוֹ וָלָד שֶׁהָיָה בָּהּ וְוָלָד זֶה שֶׁנִּמְצָא בַּבֶּטֶן הָלְכָה שִׁלְיָא שֶׁלּוֹ. וְאֵין צָרִיךְ לוֹמַר שֶׁאִם לֹא נִמְצָא בַּבֶּטֶן וָלָד כְּלָל שֶׁהַשִּׁלְיָא כֻּלָּהּ אֲסוּרָה:

Schlachtet man ein trächtiges Vieh und findet darin ein Fetus, ganz gleich ob lebendig oder tot, so ist letzteres auch zum Essen erlaubt, ja sogar die Nachgeburt ist nicht verboten; trat aber von der Nachgeburt etwas hervor, und darauf erst wurde das Vieh geschlachtet, so ist, wenn die Nachgeburt am Kalbe haftete, das hervorgetretene Stück verboten, das Übrige aber erlaubt, war sie vom Kalbe getrennt, so ist das Stück verboten, denn es ist die Möglichkeit vorhanden, dass von der Nachgeburt, die Teilweise hervorgetreten, das Kalb schon längst geworfen wurde, und dass die des Kalbes, welches nach dem Schlachten der Kuh gefunden wurde, abgegangen ist, geschweige denn dass, wenn in der Kuh kein Kalb gefunden wird, die Nachgeburt verboten ist.

14 יד

מָצָא בָּהּ עֻבָּר חַי אַף עַל פִּי שֶׁהוּא בֶּן תִּשְׁעָה חֳדָשִׁים גְּמוּרִין וְאֶפְשָׁר שֶׁיִּחְיֶה אֵינוֹ צָרִיךְ שְׁחִיטָה אֶלָּא שְׁחִיטַת אִמּוֹ מְטַהַרְתּוֹ. וְאִם הִפְרִיס עַל גַּבֵּי קַרְקַע צָרִיךְ שְׁחִיטָה:

Fand man in der Kuh einen lebendigen Fetus, so bedarf es, selbst wenn es volle neun Monate alt und die Möglichkeit vorhanden wäre, dass es leben könnte, nicht eines besonderen Abschlachtens, indem es durch das Schlachten der Mutter auch zum Essen erlaubt wird; hat das Kalb aber schon auf dem Boden Fuß gefasst, so erfordert es eines besonderen Schlachtens.

15 טו

קָרַע אֶת הַבְּהֵמָה אוֹ שָׁחַט בְּהֵמָה טְרֵפָה וּמָצָא בָּהּ בֶּן תִּשְׁעָה חַי צָרִיךְ שְׁחִיטָה לְהַתִּירוֹ וְאֵין שְׁחִיטַת אִמּוֹ מוֹעֶלֶת לוֹ. וְאִם לֹא גָּמְרוּ לוֹ חֳדָשָׁיו אַף עַל פִּי שֶׁהוּא חַי בִּמְעֵי הַטְּרֵפָה הֲרֵי זֶה אָסוּר מִפְּנֵי שֶׁהוּא כְּאֵיבָר מֵאִמּוֹ. כָּל עֻבָּר שֶׁהוֹצִיא רֹאשׁוֹ וְהֶחְזִירוֹ וְאַחַר כָּךְ שָׁחַט אֶת אִמּוֹ אֵין שְׁחִיטַת אִמּוֹ מוֹעֶלֶת לוֹ וַהֲרֵי הוּא כְּיָלוּד וְצָרִיךְ שְׁחִיטָה:

Hat man ein Tier zerschnitten, oder ein zerrissenes Vieh geschlachtet, und findet in diesem ein neunmonatliches Kalb, so bedarf es eines besonderen Abschlachtens, um es zum Essen erlaubt zu machen, indem die Abschlachtung der Mutter hier nicht in Betracht gezogen wird; war aber der Fetus nicht reif, so ist es ganz verboten, selbst wenn es bereits in den Eingeweiden der zerrissenen Mutter lebte. Jeder Fetus, dessen Kopf heraustritt und zurückgedrängt wird ist durch das Abschlachten der Mutter nicht erlaubt, sondern wird als völlig geboren betrachtet, und muss besonders geschlachtet werden.